Rauminstallation, 2010
Die Phase zwischen Schlaf- und Wachzustand wird von uns kaum wahrgenommen.
Erlebnisse des letzten Traumes können nachwirken oder der Informationsschwall
aus den Stunden vor dem Einschlafen klingt ab.
Ein physiologischer Rhythmus, gemessen während dieser Phase, wird in der Installation
„sentient (being)” auf ein Objekt übertragen und scheint es zum Leben zu erwecken.
Material und Raumkonzept in Kooperation mit Lena Schwentenwein
5. August - 25. September 2010, täglich 10 - 22h, Finissage: 23. September, 19h
Schauraum Angewandte, Museumsquartier, Electric Avenue
Mit freundlicher Unterstützung von TU Graz E-Power Racing
Documentation:
Dank an: Lukas Raschendorfer, Robert Brenn, Robert Skocek, Christoph Gruber,
Christian Löw, Laura Russo, Lydia Lindner & Ruth Schnell
In unserer Gesellschaft wird der Schlaf- und Wachrhythmus weitgehend von einer strikten Vorgabe unserer Arbeitszeiten beeinflusst.
Man ist sich darüber einig, dass Menschen zu bestimmten Zeiten am Abend ins Bett gehen sollten und dass die Periode, die der Mensch im Schlaf verbringt, durchgehend an einem ruhigen Ort in der Nacht stattfinden sollte.
Aktuelle Schlafforschung ist weitestgehend auf den biologischen Vorgang während des Schlafens konzentriert. Schlafstadien und die darin ablaufenden physiologischen Vorgänge, sogar der exakte Moment des Einschlafens wird in EEG-Daten erkannt.
Aus den ethnographischen Berichten der Anthropologin Carol M. Worthman erschließen sich Schlafverhalten anderer Kulturen: So gibt es Stämme klassischer Jäger- und Sammler-Gesellschaften, die unter Tags immer wieder weg„driften” und keinen geregelten Schlafrhythmus besitzen. Auch von Initiationsriten, die während der Nacht abgehalten werden, und von selbst-induzierten Zuständen zwischen Wachen und Schlafen, um Visionen hervorzurufen ist die Rede (siehe: Carol M. Worthman, Melissa K. Melby; Toward a Comparative Developmental Ecology of Human Sleep, 2006)
In meiner Arbeit habe ich meine eigene Schlafpraxis untersucht und vor allem jenen übergang zwischen Schlaf- und Wachzustand dokumentiert.
Der Rhythmus, in dem ich in diese Phase gedriftet bin, wird auf die Bewegung der Schläuche übertragen, die Ergebnisse meiner Selbstbeobachtung steuern ein „schlafendes Bett”.
Dank an:
Virgil Widrich, Ruth Schnell
Philipp Tiefenbacher, Lukas Raschendorfer (technical support)
Dr. Bernd Kräftner, Dr. Martin Graf, SMZ Ost Wien(research support, sleep lab)
Veronika Schnell (text, beta-reading)
meine Familie, meinen Freund